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ARCHIVE
Archive notice. This is a historical page from the ItalianOpera archive (website online since 1995). Some formatting and links may reflect the original legacy structure.

TESTO DEL LIED

"Antigone und Oedip"
di Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Antigone:
Ihr hohen Himmlischen erhöret
Der Tochter herzentströmtes Flehen;
Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
In des Vaters große Seele wehn.
Genüget, euren Zorn zu sühnen,
Dies' junge Leben - nehmt es hin;
Und euer Rachestrahl vernichte
Die tiefbetrübte Dulderin.
Demütig falte ich die Hände -
Das Firmament bleibt glatt und rein,
Und stille ist's, nur laue Lüfte
Durchschauern noch den alten Hain.
Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
Er springt vom Rasen auf - er spricht:
Oedip:
Ich träume einen schweren Traum.
Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.
Trank ich in schönen Tagen nicht
In meiner großen Väter Halle,
Beim Heldensang und Hörnerschalle,
O Helios, dein golden Licht,
Das ich nun nimmer schauen kann?
Zerstörung ruft von allen Seiten:
"Zum Tode sollst du dich bereiten;
Dein irdisch Werk ist abgetan."